Rauf auf den schönen Birkenkopf // Stuttgart-West

Birkenkopf Stuttgart

So schön, wie die Aussicht vom Birkenkopf ist, so tragisch ist auch seine Geschichte: Der Birkenkopf wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges aufgeschüttet – mit den Trümmern der beinahe zur Hälfte zerstörten Stadt. Viele kennen den höchsten Punkt im inneren Stadtgebiet daher auch als „Monte Scherbelino“.

Aufstieg auf den Birkenkopf

Wir parken heute direkt am Fuß des Birkenkopfs. Unsere Freunde kommen mit dem Bus, der auch direkt am Parkplatz hält. Vom hier aus brauchen wir nur die Straße zu überqueren und können sofort mit dem Aufstieg beginnen. 

Am Startpunkt des Weges beschreibt eine Hinweistafel aus Stein nochmal genau, wie der Birkenkopf aka Monte Scherbelino entstanden ist. Von 1953-1957 wurden hier 1,5 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt aufgeschüttet. So wuchs der Birkenkopf von 471 m auf über 511 m an. Ich bin mit einem gehörigen Kloß im Hals weitergelaufen. Unvorstellbar, dass 45% von Stuttgart in Schutt und Asche lagen.

Trümmerteile als Mahnmal

Der Weg schlängelt sich spiralförmig den Berg hinauf. Schon unterwegs kann man erahnen, wie traumhaft die Aussicht oben sein wird. Und während der Großteil der Trümmer mittlerweile überwachsen und nicht mehr erkennbar ist, liegen um und auf dem höchsten Punkt des Birkenkopfs hunderte Trümmerteile, die als Denk- und Mahnmal an das Unfassbare erinnern; Bruchstücke von Hauseingängen und Säulen, sowie zerbrochene Fassadenteile mit Inschriften, Namen und Jahreszahlen. Unvorstellbar, denke ich immer wieder. Unvorstellbar.

Stuttgart im Blick

Meine Freundin zeigt uns, wo das Haus ihrer Oma stand, welches ebenfalls zerstört wurde. Und auch die Kinder stellen uns einige Fragen zu diesem Ort, zum Krieg und zu den Trümmern, und ich merke, wie sie kapieren, dass das hier mehr ist als eine bloße Geschichte. Nachdem aber die brennendsten Fragen geklärt sind, klettern sie unbeschwert auf den Trümmerbergen herum und erkunden den Birkenkopf auf ihre ganz eigene Art.

Auch wir steigen schließlich weiter nach oben, genießen dabei die überwältigende Aussicht – immer mit dem riesigen Kreuz im Blick, das von weit sichtbar auf dem Birkenkopf thront. Wer Glück hat, kann bei klarer Sicht vom Birkenkopf aus sogar bis zum Schwarzwald oder auf die Schwäbische Alb blicken. 

Auf einer der Bänke machen wir ein kleines Picknick und saugen die traumhafte Kulisse auf, während die Kinder weiter klettern. Wir sind wirklich lange hier und genießen die besondere Atmosphäre. 

Nach einer Weile laufen wir gemütlich wieder nach unten. Und ich bin ein ganzes Stück dankbarer dafür geworden, dass wir mittlerweile so unbeschwert und frei in dieser schönen Stadt leben können.

Auf dem Birkenkopf: Unser Fazit

Der Aufstieg auf den Birkenkopf ist kein Ausflug wie jeder andere. Die Trümmerteile sind klar als solche erkennbar und zumindest unsere Kinder haben dazu einige Fragen gestellt. Aber eben auf kindliche und unbekümmerte Art. Trotzdem – oder auch gerade deswegen – finden wir den Birkenkopf ein absolut lohnenswertes Ausflugsziel, das auf ganz positive Art zum Gespräch und zum Nachdenken anregt. Die Aussicht ist überwältigend schön und der Ort strahlt etwas ganz Besonderes aus.

Alles auf einen Blick


Mit Bus und Bahn: Bushaltestelle „Birkenkopf“ (Ihr braucht vom Hauptbahnhof aus ca. 20 Minuten)
Mit dem Auto: „Parkplatz am Birkenkopf“ in der Rotenwaldstraße
Kosten: kostenlos
Kinderwagentauglich: Ja
Gastronomie: Nein, aber bis in den Stuttgarter-Westen ist es nur ein Katzensprung. Kaffee und Kuchen bekommt ihr dort z.B. im Café Seyffers. Für größeren Hunger können wir die Pinsa Manufaktur empfehlen.
Stillen/Picknick: Es gibt einige Bänke, manche sind sogar überdacht.
Toiletten: Nein
Länge/Dauer: knapp 2 km (Auf- und Abstieg), ganz individuell
Gut zu wissen: Falls ihr Lust auf eine längere Tour habt, bieten der Bürgerwald und der Rotenwald jede Menge Möglichkeiten für ausgedehnte Spaziergänge.
Tipp: Vom Parkplatz aus habt ihr es nicht weit bis zum tollen Waldspielplatz im Bürgerwald – vielleicht wollt ihr den Ausflug hier ausklingen lassen.

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