Der Archäopark Vogelherd in Niederstotzingen

Archäopark Vogelherd

Im Archäopark Vogelherd taucht ihr tief in das Leben der Steinzeitmenschen ein. An den verschiedenen Themenplätzen des Parks kann man herrlich viel ausprobieren und so hautnah erfahren, wie das steinzeitliche Leben aussah. Besonders faszinierend ist, dass der Park rund um die Vogelherdhöhle angelegt ist, die seit über 100.000 Jahren von Menschen genutzt wird. Man ist also genau an dem Ort, wo die Menschen damals wirklich gelebt haben.

Abenteuer Steinzeit

Wir besuchen den Archäopark Vogelherd an einem sonnigen Herbsttag. Trotz des perfekten Ausflugswetters ist der Park nicht überfüllt. Als erstes schauen wir uns die kleine Ausstellung an. Wir entecken beispielsweise Werkzeuge und Alltagsgegenstände der Steinzeitmenschen, außerdem das bedeutendste Fundstück aus der Vogelherdhöhle: Ein kleines Mammut aus Elfenbein.

Als wir anschließend ins Freie gehen, sehen wir vor uns einen Stapel Felle, den wir neugierig betrachten. Ein Hinweisschild klärt uns auf: Solche Felle trugen die Eiszeitjäger. Neben mantelartigen Fellen gibt es auch Fellschuhe und -mützen sowie Lederhosen. Und wir sind herzlich eingeladen, diese Kleidung auszuprobieren. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, werfen uns die schicken Teile über und machen jede Menge Fotos.

Steinzeitliches Leben erleben

Schon die zweite Station ist ein absolutes Highlight für die ganze Familie. Wir dürfen Speere und Pfeile auf Wollnashörner werfen. Was für ein Spaß! Allerdings merken wir schnell, dass wir in der Steinzeit wohl verhungert wären. Am besten funktioniert der Pfeilwurf mit einer Art Schleuder, die den Pfeil mit Schwung in die richtige Bahn lenkt. 

An den folgenden beiden Stationen können wir mit einem Steinwerkzeug Knochen bearbeiten und Weidenringe über einen Holzpfahl werfen. Anschließend entrinden wir Äste – wieder mit einem scharfen Steinwerkzeug.

Als nächstes steigen wir auf den kleinen Hügel hinauf. Unterwegs finden wir am Wegrand immer wieder Fragen und Infos zur Steinzeit, (steinerne) Tierspuren und Tierkot. Besonders letzteres stößt auf große Begeisterung bei den Jungs. Zwischendurch dürfen wir ein steinzeitliches Transportmittel ausprobieren, bevor wir dann in der Vogelherdhöhle ankommen.

Wir schauen uns fasziniert um, erkunden die verschiedenen „Räume“ und denken ein wenig ehrfürchtig daran, wie hart das steinzeitliche Leben vor 100.000 Jahren gewesen sein muss. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick auf das schöne Lonetal – diese Lage machte die Höhle für die Steinzeitmenschen natürlich besonders attraktiv.

Feuer machen wie ein Steinzeitmensch

Von weiter unten steigt jetzt Rauch auf und die Kinder stürmen neugierig den Berg hinab. Was uns erwartet, ist ein Einblick in die alltägliche Herausforderung der Steinzeitmenschen: Wir lernen Feuer zu machen. Zuerst versuchen wir es mit Bogen, Lederband und einem kleinen Holzpfahl – leider klappt das nicht so, wie gewünscht. (Wir wären als Steinzeitmenschen also wohl auch erfroren.) Doch im orginalgetreuen Zelt zeigt uns eine freundliche Mitarbeiterin, wie es geht: Zwei Steine – ein harter Feuerstein und ein schwefelhaltiger Pyrit – werden fest gegeneinander geschlagen, so dass Funken entstehen. Diese Funken versucht man nun, auf den Zunder zu lenken. Der Zunder ist in unserem Fall ein trockener Baumpilz. Sobald ein wenig Rauch aufsteigt, wird der Zunder in ein Strohbündel gepackt, welches draußen an der Luft so lange geschwenkt wird, bis Flammen entstehen.

Danach warten weitere Erlebnisse auf uns. Wir machen eine Ausgrabung, werden zu steinzeitlichen Künstler*innen und versuchen einen Bären zu erlegen. Abschließend kaufen wir uns um Café Grillgut, das wir über dem Feuer im Innenhof selber grillen können.

Der Archäopark Vogelherd in Niederstotzingen: Unser Fazit

Der Besuch im Archäopark Vogelherd war für uns und unsere Kinder ein absolutes Highlight. Die Themenplätze mit bieten so viele großartige und besondere Möglichkeiten, das steinzeitliche Leben nachzuempfinden. Die Atmosphäre im Park war trotz Corona total entspannt und die Mitarbeiter*innen waren allesamt absolut freundlich und hilfsbereit.

Alles auf einen Blick

Mit dem Auto: Am Vogelherd 1 89168 Niederstotzingen-Stetten, Parkplätze sind ausgewiesen
Mit Bus und Bahn: Ab Stuttgart Hauptbahnhof braucht man mit zwei Umstiegen knapp zwei Stunden bis nach Niederstotzingen-Stetten. Dort sind es dann nochmal ca. 10-15 Minuten Fußweg bis zum Archäopark Vogelherd.
Kosten: Erwachsene zahlen 7 €, Kinder ab 6 Jahren 5 € Eintritt. Es gibt auch Familientickets. Schaut am besten auf der Website vorbei. Mit der Gästekarte AlbCard habt ihr sogar freien Eintritt.
Kinderwagentauglich: Eingeschränkt. Der untere Teil ist barrierefrei, auf den Hügel kommt man nur zu Fuß.
Gastronomie: Es gibt ein Café mit kleiner, aber feiner Speisekarte. Das Tollste: Man kann hier Grillgut (auch vegetarisch) kaufen und über dem Feuer im Hof grillen.
Stillen: Hier gibt es jede Menge Möglichkeiten.
Toiletten: ja
Länge/Dauer: Wir waren ca. drei Stunden im Park.
Tipp: Vor dem Archäopark gibt es einen wunderschönen Wasserspielplatz.
Gut zu wissen: Checkt vorher die Öffnungszeiten. Der Park hat von November bis März nur eingeschränkt geöffnet.

Weitere tolle Ausflugsziele, die etwas näher an Stuttgart liegen, sind der Walderlebnispfad in Urbach oder die Brunnen- und Hägelesklinge.

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