
In unserem Hinterhof in Stuttgart bringen wir ja einiges zum Blühen, um den Kindern etwas Gartenfeeling zu ermöglichen. Aber bei den Erdbeeren sind wir (bisher) gnadenlos gescheitert. Im letzten Jahr hatten wir zwar ein paar wenige Früchte, aber sie waren alle sauer oder sind vertrocknet. In diesem Jahr haben die Pflanzen nicht mal geblüht. Zum Erdbeeren pflücken im eigenen Hof sind wir also noch nicht gekommen. Wir werden es weiter versuchen, aber ich habe die leise Vermutung, dass unser Hinterhof kein optimaler Ort für diese Pflänzchen ist.
Jede Menge Erdbeerfelder zur Selbstpflücke
Erdbeeren pflücken wollten wir trotzdem in diesem Sommer. Zum Glück gibt es in und um Stuttgart jede Menge Felder, auf denen man das machen kann. Wir haben uns für ein Feld von Beeren Brodbeck in Möhringen entschieden. Auf deren Website findet man eine Übersicht über die Felder und Hinweise dazu, welche gerade geöffnet sind.
An einem Sonntagmorgen sind wir also mit einer Sammlung leerer Erdbeerschälchen und zwei gespannten Kindern los zum Erdbeerfeld. Wir sind mit dem Auto gefahren, viele der Felder in Stuttgart sind auch prima mit den Öffentlichen zu erreichen.
Kaum waren wir angekommen, haben sich die Kinder ein Schälchen geschnappt und sind losgezogen. Der Fünfjährige hat seine Schale alleine gefüllt, beim Zweijährigen mussten wir ein wenig mithelfen, damit er nicht zu viele grüne oder matschige Erdbeeren einpackt. Oder die Hälfte schon vor dem Abwiegen aufisst.
Unsere geplanten 2,5 kg Erdbeeren hatten wir viel zu schnell gepflückt. Weil wir so viel Spaß hatten, haben wir weitergemacht bis sich keine einzige Beere mehr in unsere Schalen stapeln ließ. Letztlich wurden es sagenhafte 4,5 Kilo.



Marmelade, Kuchen und ein kleines Drama
Zu Hause ist die Situation dann leider etwas eskaliert, da die Kinder natürlich SOFORT Marmelade einkochen und Kuchen backen wollten. Am besten gleichzeitig. Ich war nicht vorbereitet und hatte eigentlich andere Pläne. Das kam nicht ganz so gut an. Ein dickes Learning fürs nächste Mal und ein Tipp für euch: Wenn die Kinder die Erdbeeren pflücken, wollen sie sie vermutlich auch sofort verarbeiten. Und aufessen.
Später am Tag haben wir dann noch einen Jahresvorrat Erdbeermarmelade gekocht und am nächsten Tag einen Kuchen gebacken. Der ist übrigens eine wundervolle Kindheitserinnerung an meine Oma. Für mich gibt es keine bessere Art, Erdbeeren zu essen! Deshalb kommt hier das Rezept für euch.
Erdbeer-Joghurt-Torte von Oma Friedchen
Was ihr braucht:
200 g Mehl
100 g Zucker
100 g Butter
1 Ei
1 TL Backpulver
2 P. Sahnesteif
500 g Erdbeeren
200g Joghurt
2 EL Zitronensaft
250g Sahne
1 P Tortenguss
30g Mandelblättchen oder -stifte
Was ihr tun müsst:
1. Butter, Zucker und Ei verrühren. Mehl und Backpulver dazugeben und weiter rühren. Teig in gefetteter Springform ausrollen und an den Rändern etwas hochziehen. Bei 200° C 15-20 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Danach Boden auskühlen lassen.
2. Ein halbes Päckchen Sahnesteif auf den Boden streuen, anschließend Obst darauf verteilen.
3. Tortenguss nach Packungsanleitung zubereiten und darüber gießen. Erneut auskühlen lassen.
4. In der Zwischenzeit Sahne mit einem Päckchen Sahnesteif steif schlagen.
5. In einer zweiten Schüssel Joghurt, Zitronensaft und ½ Päckchen Sahnesteif verrühren. Sahne unterheben. Masse über Boden und Obst verteilen.
6. Mandelblättchen in Pfanne ohne Fett rösten, abkühlen lassen und auf der Sahne-/Joghurtmasse verteilen.
Meine Oma hat immer jedes einzelne Mandelblättchen einzeln aus der Pfanne geholt und mit Präzision auf den Kuchen gelegt. Wer es meditativ mag, darf ihr das gerne nachmachen. Ich streue eher wild drauf los.
In jedem Fall: Lasst es euch schmecken! Und lasst mich unbedingt wissen, ob der Kuchen bei euch die gleichen Glücksgefühle auslöst wie bei mir.

Falls eure Kinder sich nach dem Erdbeeren pflücken in Stuttgart noch ein wenig austoben wollen, schaut doch bei uns nach einem Spielplatz in der Nähe. Vom Möhringer Erdbeerfeld habt ihr es beispielsweise nicht weit bis zum schönen Dino-Spielplatz am Riedsee.




2 comments
Das Rezept haben wir gleich ausprobiert, lecker!
Wie schön, dass euch der Kuchen so gut geschmeckt hat!